"Meine vhs" - Erfahrungen einer Teilnehmerin



„Das Programmheft der vhs Freiburg ist für mich immer eine sehr interessante Lektüre. Ich erwarte sein Erscheinen mit Freude. Gespannt lese ich die verschiedenen Bereiche und deren Themen durch. Ich stelle mir vor, den einen oder anderen Kurs zu buchen. Am Schluss muss ich dann doch selektieren, da der Tag nur 24 Stunden hat. Meine Erfahrungen an der Volkshochschule haben sich seit dem Jahr 2015 intensiviert. Endlich hatte ich mehr Zeit für mich und für meine Interessen. Ich besuchte z.B. einen Bildvortrag von Georg Schmidt-Abels über schöne und sagenhafte Orte im Breisgau. Herr Abels Vortrag war spannend und lehrreich. Mit seiner Darstellung erweckte er in mir den Wunsch, diese Orte auch zu sehen. Wanderungen mit Georg Schmidt-Abels sind genauso sehr interessant, jede Wanderung ist auf ihre Art einzigartig.

Eine wunderbare Erfahrung habe ich mit dem Philosophie-Kurs von Wolfgang Schupp gemacht. Nachdem ich seinen Vortrag über den Philosophen Ludwig Wittgenstein gehört hatte, war ich so begeistert, dass ich auch den Kurs über die „Logisch-philosophische Abhandlung“ von Wittgenstein buchte. Der Austausch mit den anderen Kursteilnehmenden war sehr rege und hat viel Freude gemacht.

Der Kurs „Ich schreibe, also bin ich“ mit Claudia Benz hat mich von Anfang an sehr fasziniert. Die Gruppe war warmherzig und ein Gefühl des „Verstandenwerdens“ hat sich bei mir schnell eingestellt. Die Unterstützung unserer Dozentin war wunderbar. Mit zwei Teilnehmerinnen dieses Kurses hat sich eine kostbare Freundschaft entwickelt. Seit vier Jahren treffen wir uns zum Schreiben. Unsere Themen wählen wir aus dem Leben und so entstehen Erzählungen, die wir uns vorlesen. Dass ich jemals schreiben würde, hätte ich niemals für möglich gehalten. Mein Wunsch ist es, an dem Kurs „Ich schreibe mich“ teilzunehmen. Ich bin zuversichtlich, dass ich einmal den Mut fasse und mich anmelde.

Ich möchte mich beim ganzen Team der vhs bedanken für die wunderbare Auswahl der Themen, die interessante Gestaltung der Kurse, die Unterstützung in allen Bereichen.“ (E. Drotleff, 2019)

Die Gründung der vhs Freiburg
Die Freiburger Gaststätte „Zum goldenen Apfel“ gibt es längst nicht mehr. Aber die in ihr am 9.9.1919 aus der Taufe gehobene Volkshochschule zeigt sich auch 100 Jahre später quicklebendig. An jenem Abend versammelten sich im Goldenen Apfel eine kleine Gruppe von ungefähr zehn Männern, um die Gründung einer „Freien Volkshochschule“ zu beschließen. Schon am 16.9.1919 begann der Unterricht für „lernwillige Personen ungeachtet ihres Geschlechts, Alters oder ihrer sozialen Schicht.“ Hohe, weit gefasste Ziele setzte der erste VHS-Leiter, Bernhard Merten: „Der Schüler soll die Fähigkeit haben zur selbständigen Fragestellung, zur Erkenntnis der Grenzen seiner jeweiligen Urteilsfähigkeit, zur selbständigen kritischen Betrachtung und Wertung, zur selbständigen Arbeit, zur Erkenntnis seiner seelischen Triebkräfte und zur Gestaltung eines diesen gemäßen, harmonischen Lebens“. In ihrem ersten Semester hatte die junge vhs 50 Teilnehmende, überwiegend Männer. Im zweiten Semester waren es bereits 320. Als Schulräume dienten anfangs Hinterzimmer verschiedener Freiburger Gaststätten. Die Gründung ist im Zusammenhang mit dem Zeitgeist zu sehen, als nach dem Ende des Ersten Weltkriegs eine ausgeprägte Auf- und Umbruchstimmung herrschte. In der Verfassung der jungen Weimarer Republik wurde die Förderung des Volksbildungswesens einschließlich der Volkshochschulen ausdrücklich festgeschrieben. Die Stadt Freiburg förderte die vhs von Anfang, auch finanziell.

Die vhs Freiburg im Dritten Reich
Die noch junge, erfolgreiche vhs kam durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten an ein erzwungenes Ende. Was ab November 1933 als „Volkshochschule“ und bald darauf als „Volksbildungsstätte“ geführt wurde, hatte mit den Vorstellungen und Zielen der Gründer nichts mehr gemeinsam. Die vhs kam unter die Trägerschaft des „Reichsbunds für Volkstum und Heimat“.  Vom alten VHS-Team war, soweit bekannt, niemand mehr dabei. Das Programm wurde radikal auf den neuen Kurs eingeschworen, wie es auch der spätere Leiter Frank Kars schon am 5.3.1933 im Alemannen ausführte: „Es muß jedes an der vhs behandelte Thema … in den Geist des Nationalsozialismus einmünden.“ „Deutschtum“, „Kampf“ und „Volksgemeinschaft“ sind ideologische Fixpunkte, die in fast allen Fachbereichen auftauchen. Nun finden sich Veranstaltungen wie „Gesundes Volk“, „Der Norden als Schicksalsgemeinschaft“ oder „Unser Kamerun“ neben unpolitischen Angeboten wie Malen oder Laienspiel. Nach Kriegsbeginn war diese Volksbildungsstätte mehr und mehr darauf ausgerichtet, den Kriegswillen der Bevölkerung aufrecht zu erhalten, durch Vorträge wie „Bomben auf England“, oder „Gefahren des Hochgebirgskrieges“. Kriegsbedingt wurde immer weniger angeboten, 42 Veranstaltungen z.B. im Winterhalbjahr 1942/43 (zum Vergleich: 401 Veranstaltungen im Winterhalbjahr 1938/39). Das Aus der Volksbildungsstätte ist in den Quellen nicht klar dokumentiert, war aber wahrscheinlich nach dem verheerenden Angriff vom 27.11.1944 auf Freiburg.

Die VHS-Neugründung 1946
Schon am 1. Mai 1946 wurde die Volkshochschule Freiburg unter Anwesenheit des französischen Generals Schwartz im Kaufhausaal wiedereröffnet. Dieser Neubeginn geschah unter dem Einfluss der Alliierten und knüpfte an die Volkshochschule der Weimarer Zeit mit ihrer demokratischen Ausrichtung an. Wie für alle war in einer zusammengebrochenen Gesellschaft ein neuer Anfang schwer. Alltagsprobleme und eine gewisse Politikverdrossenheit standen im Vordergrund, nicht Bildungsfragen. Dennoch waren die 36 Veranstaltungen im ersten VHS-Semester nach dem Krieg sehr gut besucht. Die „Hörer“, wie man seinerzeit sagte, waren in den ersten Semestern überwiegend Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende, Arbeiter und Handwerker, Berufslose und Hausfrauen. Berufs- und Fachausbildungen und Kurse für die Berufsförderung, z.B. Stenographie oder Buchhaltung gewannen an Bedeutung. Neben dieser Ausrichtung auf Bedürfnisse des praktischen Lebens waren theoretische Angebote ebenso wichtig, etwa die Arbeitsgemeinschaft „Recht und Gemeinschaft“ mit freien Aussprachen zu politischen, sozialen und
ethischen Problemen der Zeit.

Weichenstellungen in den 50er und 60er Jahre
Nach dem bescheidenem Beginn 1946 mit 36 Veranstaltungen im ersten Semester nach dem Krieg konnte das VHS-Angebot langsam, aber kontinuierlich ausgebaut werden. Ab 1950 setzte eine lange expansive Phase ein, immer mehr Menschen interessierten sich für Weiterbildung (320 Veranstaltungen im Jahr 1969). Das sog. Wirtschaftswunder und ganz neue gesellschaftliche Themen hatten auch auf die vhs Auswirkungen, inhaltlich und strukturell. Beispielsweise war es ab 1957 möglich, das Abitur an der vhs nachzuholen, erste Deutschkurse für „Gastarbeiter“ wurden ab 1964 angeboten, mehr und mehr VHS-Zertifikate halfen, sich beruflich weiter zu qualifizieren, um den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt besser gerecht zu werden. Die wachsende Bedeutung der Massenmedien, vor allem des Fernsehens, und die steigende Konsumorientierung schlug sich in kritischen VHS-Angeboten nieder. Und hatte man bisher Vorträge, Kurse und sog. Arbeitsgemeinschaften angeboten, so entstanden nun neue Formen wie Seminare, Exkursionen und Wanderungen oder Veranstaltungen mit Kooperationspartnern. Ganz neue Themen hielten Einzug ins VHS-Programm wie z.B. sehr erfolgreiche Elternseminare oder eine Abendschule für Gehörlose. Erwachsenenbildung musste neu gedacht werden im Sinne langfristiger Planungen, sowohl inhaltlich als auch personell. Und fand der Unterricht bisher in Räumen der Universität statt, so wurde von Seiten der vhs der Wunsch nach einem eigenen Gebäude immer dringlicher.

Fremdensprachkurse der vhs Freiburg
Auf nach Italien! Gegen Ende der 50er Jahre ging es den Deutschen besser. Man wollte sich wieder etwas gönnen, wozu auch ein Urlaub gehörte, am besten in das Traumreiseland Italien, meist per Bahn oder im eigenen, vollbepackten VW Käfer. Kultur, Dolce Vita und seinerzeit so exotische Essen wie Pizza oder Spaghetti lockten – aber auch Italienisch zu lernen, wenigsten in den Anfangsgründen, wurde attraktiv. Diese Entwicklung hat die vhs in Form von Sprachkursen begleitet, natürlich nicht nur für Italienisch. Die vhs bot seit Ende 1932 auch Sprachkurse an (je zwei Kurse in Englisch, Französisch und Italienisch). Fremdsprachenkurse an der vhs zeigten nach der Neugründung 1946 zunächst eine kontinuierliche Zunahme, dann aber setzte eine rasante Entwicklung ein. 1946/47 wurden sechs Sprachkurse angeboten (Französisch Englisch, Russisch und Esperanto). 10 Jahre später waren es schon 19 Kurse, 20 Jahre später 56 und 30 Jahre später 120. Im Sommersemester 2019 nahmen 2446 Personen an 262 Sprachkursen in 24 Sprachen teil. Die Gründe sind vielfältig – sei es wegen Auslandsurlauben oder längeren Auslandsaufenthalten, Mischehen und -Freundschaften, aus beruflichen Gründen oder aus dem Wunsch heraus, ein tieferes Verständnis für andere Kulturen zu entwickeln. Die Lernniveaus wurden lange einfach in Anfängerkurse, Fortgeschrittenen- und Konversationskurse unterteilt. Die heute gültige Differenzierung richtet sich nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER), eine vom Europarat erarbeitete, 2001verabschiedete, europaweit vergleichbare Basis für die Entwicklung von Lehrplänen, Lehrwerken und Prüfungen. Er wurde an der vhs Freiburg stufenweise eingeführt und die Niveaustufen von A 1 bis C 2 sind nun auch bei den Teilnehmenden vertraute Größen. Eine stark nachgefragte Neuerung stellte 2015 die Aufnahme der Gebärdensprache dar.

Grundbildung und Alphabetisierungskurse an der vhs Freiburg
Der erste VHS-Kurs für Analphabeten war der Badischen Zeitung einen Artikel wert. „Unter den Menschen, die sich zu den Abendkursen der Freiburger Volkshochschule angemeldet haben, sind auch einige, die dazu sehr viel Mut aufbringen mussten. Denn mit ihrer Teilnahme am ‚Grundkurs Deutsch – Lesen und Schreiben‘ (…) haben sie sich zu einer Bildungslücke bekannt, die sie nach eigenen bitteren Erfahrungen in den Augen vieler Bürger zu ‚Menschen zweiter Kategorie‘ degradiert, zu halben ‚Dubeln‘ “ (BZ vom 27.11.1981). Sich als Analphabet zu outen, erfordert auch heute noch sehr viel Mut. In Deutschland können nach einer Studie der Universität Hamburg 12,1 % der deutsch sprechenden erwachsenen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (6,2 Millionen Menschen) nicht ausreichend lesen und schreiben und somit kaum am beruflichen und gesellschaftlichen Leben in vollem Umfang teilnehmen. Auf Freiburg bezogen wären hier ca. 15.000 Menschen betroffen. Wer schlecht lesen, schreiben und/oder rechnen kann, hat zumeist nur Aushilfsjobs, wird schneller arbeitslos, hat größere Mühe, mit digitalen Medien und Entwicklungen am Arbeitsplatz umzugehen und kann nur mit Hilfe berufliche Weiterbildungsangebote nutzen. Alphabetisierungskurse der vhs Freiburg werden von Dozentinnen mit einer fundierten Ausbildung und jahrelanger Erfahrung mit dieser Zielgruppe geleitet. Stark unterstützt wurde die vhs bei der Durchführung von Grundbildungskursen in den letzten Jahren durch geförderte Projekte des Landes und der Europäischen Union. Um das Thema freiburgweit anzugehen, initiierten die vhs Freiburg und das Netzwerk Weiterbildungsberatung 2018 ein erstes „Netzwerktreffen Grundbildung“ mit 120 Multiplikatoren und in der Bildungsberatung Tätigen. Seitdem werden weiter Fachtagungen zum Thema geplant und durchgeführt. Die vhs Freiburg ist seit Juni 2019 eines von acht Grundbildungszentren in Baden-Württemberg. Diese wurden vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg benannt und werden auch finanziell unterstützt. Ziel ist es, Bildungs- und Beratungsangebote für bildungsbenachteiligte Menschen mit und ohne Migrationshintergrund möglichst niederschwellig und wohnortsnah durchzuführen.

Von „Deutsch für Ausländer“ zu „Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache“
Im Sommersemester 1963 wurde erstmals ein Deutschkurs für Menschen angeboten, deren Muttersprache nicht Deutsch war. Der Kurstitel war einfach „Deutsch für Ausländer“. Die Nachfrage nach Deutschkursen wuchs stetig und Angebot wurde differenzierter. 1972/73 gab es den ersten Vorbereitungskurs für das „Zertifikat Deutsch“, einer international anerkannten Deutsch-Prüfung. Neben Teilzeitkursen mit wöchentlich drei Unterrichtsstunden etablierten sich Tagesklassen mit 20 Unterrichtsstunden pro Woche. Aus „Deutsch für Ausländer“ wurde im Jahr 1977 „Deutsch als Fremdsprache“. Eine Neuerung war 1999 die Umstellung von Semestern auf Trimester. So haben Interessierten dreimal jährlich die Möglichkeit, einen Kurs zu starten und Prüfungen abzulegen. 2004 nahmen 1.755 Personen an169 Kursen und Prüfungen teil. Bald nach Inkrafttreten des neuen Zuwanderungsgesetzes (1.1.2005) bot die vhs Freiburg Integrationskurse an: Neu zugewanderte Personen haben seitdem die Möglichkeit, aber auch die Pflicht, einen Deutschkurs zu besuchen. Ende 2006 lag die Zahl der Unterrichtseinheiten im gesamten Deutschbereich bei ca. 17.000, wobei bereits 42 % durch Integrationskurse abgedeckt wurden.
Heute, 56 Jahre nach dem ersten „Deutschkurs für Ausländer“, ist dieser Bereich ein eigener Schulbetrieb innerhalb der vhs Freiburg mit aktuell 1.429Teilnehmenden. Im Sommersemester 2019 wurde er in zwei Fachbereiche aufgeteilt: „Deutsch als Fremdsprache“ (DaF) für alle, die sich nur vorübergehend in Deutschland aufhalten, und „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) für Zugewanderte, die auf Dauer in Deutschland leben wollen.

EDV und Web-basiertes Lernen an der vhs Freiburg
Wie war das Leben ohne Handys, E-Mails und Internet? Und ohne PCs und Datenbanken? Die vhs hat sich von Anfang auch technischen Entwicklungen in den Lebens- und Arbeitswelten gestellt, sowohl Kursangebote betreffend als auch in der eigenen Verwaltung. Ein Blick zurück: Vor der Digitalisierung wurden Stenografie- und Schreibmaschinenkurse angeboten, ab 1967 auf elektronischen Maschinen. 1955 wurde der Fachbereich Bürotechnik/ Betriebswissenschaftliche Ausbildung gegründet und 1970 kam eine „Schule für Datenverarbeitung“ mit einem Ausbildungslehrgang zum Programmierer dazu. 1973 wurden Kurse zu elektronischen Buchhaltungs- und Kalkulationssystemen angeboten und in der vhs 1992 das Buchungssystem von Karteikarten auf eine  Verwaltungssoftware umgestellt. Computergestützte Textverarbeitung kam 1987 erstmals ins Programm, das Arbeiten mit Word 5.0, Windows 2.0 und MS/DOS begann 1991 und wurde auch als Superlearning angeboten.
1996 waren neuen Medien Schwerpunktprogramm im Sommersemester. Von da an nahm das Angebot an Kursen zur Digitalisierung stetig weiter zu. 1998 ging es mit der vhs ins Internet und 2000 bekam die vhs ihre Homepage www.vhs-freiburg.de. Das Prinzip von „Green-IT“ wurde 2008 im Schulungsbereich und später auch im Verwaltungsbereich umgesetzt. Dabei wurden an den Arbeitsplätzen Standard-PCs umweltfreundlich und ressourcenschonend durch Terminals ersetzt.
Inzwischen sind Themen wie Online-Banking, selbstgesteuertes Lernen mit bzw. am Computer, Tablet- und Smartphone-Kurse fester Bestandteil jedes VHS-Programms. Seit 2016 werden Xpert Business-Kurse als Webinare zur kaufmännischen Weiterbildung angeboten. Die vhs reagiert auf neue Entwicklungen aber auch, indem sie Kurse zu aktuellen Themen wie 3D-Druck, Bedienung von Programmen wie InDesign oder Photoshop ins Programm aufnimmt. Eine Einbindung ins Internet ist hierfür selbstverständlich, und die kostenfreie Nutzung des Wlans ist seit 2017 für alle Besuchenden möglich. Seit 2018 bieten die Volkshochschulen zudem eine eigene Online-Lernplattform vhs.cloud an, die den Weg zum selbstständigen Lernen und Informationsaustausch ermöglicht.

Die vhs auf der Bundesgartenschau 1986

Die Bundesgartenschau 1986 war ein besonderes Highlight für Freiburg und Umgebung, zu dem etwa 2 Millionen Besucherinnen und Besucher nach Freiburg kamen. Insgesamt wurden mehr als 3500 Einzelveranstaltungen innerhalb der 178 Tage dauernden Veranstaltung angeboten, von denen einige das Stadtbild Freiburgs nachhaltig geprägt haben. Schon damals lag der Fokus auf ökologischer Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Die vhs Freiburg beteiligte sich mit verschiedenen Veranstaltungen, Kursen, Theateraufführungen und Vorträgen. Alle Kurse wurden ohne Gebühr auf dem Gelände der Gartenschau auf dem neu geschaffenen Gelände rund um den Flückinger-See angeboten und reichten vom Kinder- bis zum Seniorenprogramm. Angebote im Zusammenhang mit den Partnerstädten Guildford, Padua und Besançon wurden mit Exkursionen und Lichtbildvorträgen vorgestellt. Außerdem wurden Schnupperkursen zu verschiedenen Sprachen angeboten, die bislang nicht im Programm der vhs vertreten waren (Arabisch, Finnisch, Japanisch, Neuhebräisch, Russisch, Serbokroatisch, Türkisch). Teil des Programms waren auch Kurse zur Gartenkultur anderer Länder. Das im Rahmen der Landesgartenschau entstandene, heute noch existierende Wandbild an einem Studentenwohnheim (Sundgauallee 12) erweckte großes Aufsehen, da es für diese Zeit ein ungewöhnliches Projekt darstellte. Es wurde von Teilnehmenden eines VHS-Kurs entworfen und ausgeführt.

Die Samstags-Uni
Seit 2004 findet jedes Semester die sog. Samstags-Universität statt, eine Kooperationsveranstaltung der vhs Freiburg mit dem studium generale der Albert-Ludwig-Universität. Die im Rahmen der Samstags-Uni allgemein verständlich gehaltenen Vorträge erfreuen sich großer Beliebtheit mit über 300 Besucherinnen und Besucher pro Vorlesung. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Themen oder Forschungsschwerpunkte von zumeist Wissenschaftlern, Dozentinnen und Dozenten der Freiburger und anderer Universitäten zu einem bestimmten Semesterthema, das in ca. 14 Einzelvorträgen vielschichtig und interdisziplinär aufbereitet wird. Die Samstag-Uni hat den Anspruch, die Universität der Stadtbevölkerung nahe zu bringen und über den neuesten Stand wissenschaftlicher Forschung zu informieren. Alle Vorträge sind kostenfrei und können ohne Anmeldung besucht werden. Die Vorträge laufen während des Semesters samstags von 11.15 bis 12.45 Uhr im Kollegiengebäude II der Universität, Hörsaal 2004.
Einige Themenbeispiele der Samstags-Uni: „Nationalsozialismus“ (2016), „Klima“ (2007), „Der Umgang mit chronischen (Krebs-)erkrankungen“ (2009), „Schlüsselentdeckungen der Naturwissenschaft“ (2010), „100 Jahre Weimarer Republik“ (2018), „Die digitale Revolution“ (2019). Thema und Einzeltermine der jeweils aktuellen Samstags-Uni finden Sie unter https://www.studiumgenerale.uni-freiburg.de/sg/su

Das „Rucksack-Programm“
Das Rucksack-Programm ist ein erfolgreiches Programm zur Sprach- und Familienbildung für Familien mit, aber auch ohne Migrationshintergrund. Es wurde bereits 1999 vom Arbeitskreis IKEEP (Interkulturelle Erziehung im Elementar- und Primarbereich) der Regionalen Arbeitsstelle (RAA) in Nordrhein-Westfalen entwickelt. Ziel ist es, die Kinder beim Erlernen ihrer Familiensprache sowie der deutschen Sprache zu unterstützen und dabei gleichzeitig die Eltern aktiv in diesen Bildungsprozess einzubinden („Rucksack“). Aktuelle Studien belegen, dass ein Beherrschen der Familiensprache das Erlernen einer Zweitsprache vereinfacht und fördert. Seit 2011 wurde dieses Programm zunächst im Rahmen des Bundesprojektes „Lernen erleben in Freiburg“ (LEIF) erstmals in Freiburg an drei Kindertagesstätten angeboten. Seit 2015 hat die vhs die Umsetzung des Programms im Auftrag der Stadt Freiburg übernommen. Inzwischen sind zehn Gruppen in Kindertagesstätten und fünf Gruppen in Freiburger Grundschulen beteiligt. Die Elterngruppen werden von pädagogisch geschulten Elternbegleiter/-innen mit Migrationshintergrund geleitet. Sie vermitteln den Eltern in wöchentlichen Sitzungen Grundlagen der Sprachbildung und erarbeiten gemeinsam weitere Themen aus dem Bereichen Erziehung und Bildung.
Das Programm wird kostenlos in verschiedenen Stadtvierteln angeboten, in denen viele Kinder mit Migrationshintergrund leben. Die Organisation in Kleingruppen von maximal acht Elternteilen ermöglicht ein intensives Arbeiten in der Gruppe. Die Elternbegleiter/-innen wirken als soziales und inhaltliches Bindeglied zwischen der jeweiligen Kita bzw. Schule, den Eltern mit oft geringen Deutschkenntnissen und der vhs. Unterstützt werden die Elternbegleiterinnen von sog. Anleiterinnen, die die Elternbegleiter/-innen auf Themen vorbereiten, die in den Einrichtungen von Erzieher/-innen und Lehrer/-innen parallel mit den Kindern behandelt werden. Zudem stehen für die Arbeit mit Eltern und Kindern Lernmaterialien in inzwischen 13 Sprachen zur Verfügung, die ständig erweitert werden. So können die Eltern auch in der Familiensprache mit den Kindern die Themen erarbeiten, die momentan in der Kita bzw. Schule aktuell sind.

Von den „Basislehrgängen“ zum „vhs-Kunstkolleg"
Im Jahr 1995 bot die vhs Freiburg erstmals Kurse von einjähriger Dauer für Malerei und Zeichnung an, die sog. Basislehrgänge Bildende Kunst. Sie sollten einen Personenkreis ansprechen, der sich mit künstlerischer Praxis systematisch und langfristig auseinandersetzen möchte. Grundlegende Strukturen des Phänomens Kunst sollten darin bewusstgemacht und elementare handwerkliche und konzeptionelle Fähigkeiten vermittelt werden. Geboten wurden günstige Rahmenbedingungen: ein großer, heller Unterrichtsraum in zentraler Lage und eine Gruppengröße von 6- max. 12 Teilnehmenden. Vielfältige Lernformen und -orte intensivierten die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kunstthemen: regelmäßige wöchentliche Kurstermine, zusätzliche Unterrichtstage an Wochenenden, Atelier-Termine für selbstständiges Arbeiten, Exkursionen und Ausstellungsbesuche. Zudem wurde mit der vhs-Galerie ein Ausstellungsbereich geschaffen, in der Lehrgangs-Teilnehmende seither die entstandenen Arbeiten einem Besucherpublikum präsentieren können. Von Anfang an war das Interesse an den Basislehrgängen groß. Die Teilnehmenden wünschten mehrheitlich eine Weiterführung nach dem abgeschlossenen ersten Jahr. Als dieses Bedürfnis nach einer aufbauenden Fortsetzung auch nach dem zweiten und dritten Jahr anhielt, entstand ein Kurssystem, das „vhs-Kunstkolleg“, das neben Grundlehrgang und Aufbaulehrgang heute auch die „Mal-Treffs“ bzw. das „ZeichenLabor“ als Stufe des verstärkt selbstständigen künstlerischen Arbeitens umfasst. Bis heute wurden mehr als 150 dieser Jahreskurse mit großer Resonanz durchgeführt. Gegenwärtig besuchen ca. 120 Personen die Lehrgänge in den verschiedenen Stufen. Viele sind, selbst wenn sie das Kunstkolleg bereits mit Zertifikat abgeschlossen haben, schon etliche Jahre dabei und finden in den Maltreffs kreative Anregung und persönlichen künstlerischen Austausch. Übrigens: Auch Quereinsteiger/-innen sind im Kunstkolleg stets herzlich willkommen! Ansprechpartnerin: Dr. Anja Schlager, schlager@vhs-freiburg.de

Bildung und Beratung für jede Lebensphase
Der Wegweiser Bildung im Eingangsbereich der Stadtbibliothek am Münsterplatz 17 ist die zentrale städtische Anlaufstelle für alle Bildungsfragen, für jedes Alter, in jeder Lebenslage - kostenfrei und unabhängig. Wie und wo kann ich meinen Schulabschluss nachholen? Welche Ausbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten gibt es für mich? Wie kann ich mich beruflich weiterentwickeln? Welche Studienwege sind für mich möglich? Wo kann ich mich aber auch ehrenamtlich engagieren? Für all diese Fragen ist der Wegweiser Bildung der richtige Ort. Die qualifizierten Bildungsberater/-innen geben einen Überblick über die vielfältigen Bildungsangebote und vertiefende Beratungsmöglichkeiten in Freiburg und unterstützen dabei, den jeweils passenden Weg zu finden. Beraten wird in acht Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Russisch und Ukrainisch) und auch in verschiedenen Stadtteilen Freiburgs. Unterstützt wird die Beratung durch die interaktive „Freiburger Lupe“, die Bildungswege aufzeigt und erklärt (www.freiburger-lupe.de). Auch außerhalb der Beratungszeiten können sich Bürgerinnen und Bürger im Wegweiser informieren.

Eltern- und Familienbildung an der Volkshochschule Freiburg
Eltern sind heutzutage vielen Verunsicherungen in ihrem Erziehungsalltag ausgesetzt. Daher wurde im Herbst 2006 das von der Landesstiftung Baden-Württemberg geförderte Projekt „Brücken bauen zwischen Generationen, Kulturen und Institutionen“ ins Leben gerufen. In der Projektzeit vernetzten sich unter der Federführung der vhs die führenden Akteure der Familienbildung in Freiburg und erarbeiteten unter dem Motto „elfa - Eltern- und Familienbildung“ ein Bildungsprogramm, wie es dies vorher in Freiburg nicht gegeben hat. Die Stadt Freiburg fördert seit Ende des Projekts 2007 elfa finanziell und strukturell. 2010 erhielt die vhs Freiburg für elfa sogar den Weiterbildungspreis des Landes Baden-Württemberg für innovative Konzepte in der Familienbildung. elfa besteht seit 2006 zum einen aus einem offenen Kursprogramm verschiedener Kooperationspartnerinnen und -partner und der vhs, zum anderen aus sog. Servicestellen: der Servicestelle für Elternbildung an Freiburger Schulen (seit 2007, inklusive einer Servicestelle für Elternbildung von Geflüchteten) sowie der Servicestelle für Elternbildung an Freiburger Kindergärten (seit 2017). Diese Servicestellen bieten Eltern die kostenfreie Möglichkeit, sich Hilfe und Beratung bei der Erziehung zu holen. Die Nachfrage nach Vorträgen und Seminaren ist hoch. In den letzten zehn Jahren wurden über 6.000 Eltern durch dieses Angebot erreicht. So wurden 2019 27  Vorträge an Schulen organisiert, die von über 800 Eltern besucht wurden. In Kitas wurden 47 Veranstaltungen mit knapp 1000 Teilnehmenden umgesetzt. Über das offene Angbebot können Sie sich auf unserer Homepage unter dem Stichwort elfa informieren: www.vhs-freiburg.de. Bei Anfragen an die Servicestellen wenden Sie sich bitte an Anja Lang (lang@vhs-freiburg.de).

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